Kidical Mass Demos in Siegburg und Sankt Augustin September 2023

191 Leute für bessere Radinfrastruktur auf den Fahrbahnen!

Am 24. September 2023 sind insgesamt 191 Menschen zu Kidical Mass Touren in Sankt Augustin und Siegburg zusammengekommen, um sich für eine kinder-, fahrrad-, und klimafreundliche Mobilität in und zwischen den beiden Städten einzusetzen: Für Radwege, für die Kinder und Jugendliche nicht mutig sein müssen und für Radwege, wo Eltern sich nicht fragen müssen, ob sie ihre Kinder und Jugendlichen dort alleine Fahrrad fahren lassen können. Die gemeinsam vorbereitete Aktion fand nach der Premiere im Mai 2023 nun schon zum zweiten Mal statt.

Beide Aktionen fuhren zu Beginn auf der Bonner Straße jeweils hin und zurück und begegneten sich dabei auf der Siegbrücke zweimal. Danach fuhren die Kidical Mass Touren in Sankt Augustin und Siegburg jeweils unterschiedliche Routen durch die Städte und endeten schließlich gemeinsam in der Innenstadt Siegburgs auf dem 19. Internationalen Kinder-, Jugend-, Kultur- und Sportfest 2023.

Neben vielen weiteren Ständen war auch der ADFC auf dem Fest mit einem Stand vertreten. Dort konnten die Kinder und Jugendlichen mit einem Fahrrad auf einem Ökotrainer selber Strom für eine Seifenblasenmaschine erzeugen. Außerdem bestand die Möglichkeit, Fahrräder und Fahrradakkus codieren zu lassen, um diese besser vor Verlust zu schützen und im Falle eines Diebstahls eine schnelle Rückgabe zu ermöglichen.

Die Festivität in Siegburg fand anlässlich des Weltkindertages statt und stand unter dem Motto „Expedition Zukunft“. Der Weltkindertag ist eng mit Kinderrechten verbunden, welche für eine wohlergehende und gerechte Zukunft für Kinder und Jugendliche eintreten. Eine besondere Bedeutung kommt der Verbindung von Kidical Mass und Weltkindertag insofern zu, als dass der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen in Genf kurz zuvor offiziell die sogenannte „Allgemeine Bemerkung Nr. 26“ vorgestellt hat. Darin wird erstmals das Recht der Kinder auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt anerkannt – d.h. wer Klima- und Umweltschäden verursacht, verstößt gegen die Kinderrechte. Die Beeinträchtigung der selbständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen durch schlechte oder nicht vorhandene Radwege sowie eine Umwelt mit immer mehr Autos wird zukünftig vermehrt auch als Verletzung von Kinderrechten zu betrachten sein.

Mit den beiden Kidical Mass Touren durch Siegburg und Sankt Augustin haben die teilnehmenden Menschen deutlich gemacht, dass eine kinder- und fahrradfreundliche Mobilität in und zwischen den beiden Städten endlich mehr Priorität bekommen muss.


Yannick Jakubowski und Benedikt Hopmann danken stellvertretend für das Organisationsteam den Bürgermeistern und Behörden für die Unterstützung, sowie der RSAG für den Startpunkt in Siegburg. Nicht zuletzt geht ein besonderer Dank an die örtliche Polizei, die nicht nur die Demonstration begleitet hat sondern sich im Vorfeld wie bisher als sehr unterstützend erwiesen hat.

Zu den Kidical Mass Aktionstagen: Die Kidical Mass (https://kinderaufsrad.org) ist eine weltweite Bewegung und existiert seit 2017 auch in Deutschland. An den Aktionstagen machen sich Kinder, Eltern, Freund:innen und Schulen für kinder- und fahrradfreundliche Orte, sichere Schulwege und selbstständige Mobilität stark. Mit großen, bunten Kidical Mass Fahrraddemos, Schulstraßen und Fahrradbussen zeigen alle Generationen, wie Städte und Gemeinden zu gestalten sind. Mittendrin: tausende Kinder und Jugendliche, die für einen kurzen Moment nicht mutig sein müssen, um auf der Fahrbahn bzw. Straße Rad zu fahren. Zentrale Forderungen des Aktionsbündnisses auf der Ebene von Städten und Kommunen sind:

  • Anordnung temporärer Durchfahrtverbote für Autos vor Schulen und Kitas („Schulstraßen“)

  • Einrichtung Temporärer Spielstraßen und Schaffung von Begegnungszonen

  • geschützte oder baulich getrennte, breite Radwege an Hauptverkehrsstraßen sowie Schaffung kindersicherer Kreuzungen und Querungen

  • Ausbau von Schulradwegenetzen

  • Schaffung „echter“ Fahrradstraßen und -zonen ohne Autoverkehr

  • Abschaffung (Il-)Legalen Gehwegparkens und Nutzung der gewonnen Flächen für Fuß- und Radverkehr, für Spiel- und Begegnungszonen und Begrünung

Die nächsten Kidical Mass Aktionstage finden vom 29.0405.05.2024 statt.Auch Siegburg und Sankt Augustin werden wieder am 05.05.2024 mit Kidical Mass Tourendabei sein. Weitere Informationen zur Uhrzeitund zu weiteren organisatorischen Details folgen noch. Wer sich einbringen möchte, kann dies über den links verlinkten Kontakt tun.

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https://siegburg.adfc.de/pressemitteilung/kidical-mass-demos-in-siegburg-und-sankt-augustin-september-2023

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 210.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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